Arravani
Die Entstehungsgeschichte der Arravanis begann schon ca. 1000 Jahre vor Christus. Zu dieser Zeit fiel das Steppenreitervolk der Dorier mit ihren Ponys in Tessalien ein und erbeuteten, die berühmten und begehrten thessalische Pferde. Aus diesen beiden Rassen entstanden die Urahnen der heutigen Arravanis. Später wurden die Steppenreiter auf dem südlichen Peloponnes und einigen Inseln sesshaft. Da in diesem Landstrich nicht nur das berühmte Olympia, sondern auch die größten Pferdemärkte der Antike zu Hause waren, wurde diese bodenständige Zucht vom ägyptischen Araber, vom niasaische Meder, und immer wieder vom edlen Thessalier beeinflusst.
Nach dem Siegeszug der Römer fand ein Blutaustausch zwischen römischen und griechischen Zuchtlinien statt. Ebenfalls einen sehr starken Einfluss hatte der türkische Araber auf die Zucht der Arravanis. Hengste, dieser Rasse wurden nicht nur während der jahrhundertelangen türkischen Besatzung eingekreuzt, sondern auch nach der Befreiung wurde von staatlicher Stelle angeboten, Stuten kostenlos von erbeuteten türkischen Hengsten decken zu lassen.
Leider reduzierte sich der Pferdebestand in Griechenland durch die Mechanisierung der Landwirtschaft dramatisch. Die Zucht wurde vernachlässigt und die in der Landwirtschaft nicht mehr benötigten Pferde wurden nach Italien verschifft und landeten in der "Salami".
In der Gegenwart sind die Arravanis vom Aussterben bedroht, denn es gibt selbst im Ursprungsland nur noch 200 bis 300 Exemplare dieser alten Pferderasse. Aus diesem Grund versucht man mit staatlichen Förderprogrammen, diese und die wenigen noch existierenden griechischen Landrassen zu erhalten.
Die Arravanis haben einen zierlichen, eleganten Körperbau. Die Importpferde sind zwischen 1,35 m und 1,50 m groß. Die Nachzucht kann jedoch deutlich größer werden. Typisch ist der hoch aufgesetzte Hals und ein üppiger, manchmal lockiger Behang. Der Schweif ist tief angesetzt und dicht. Außerdem typisch sind die trockenen und steilen Fesseln, sowie die sehr harten, kleinen und auch steilen Hufe. Die Stellung der Hinterbeine ist oftmals kuhhessig. Der Rücken ist kurz und gerade. Der kleine, fein geschnittene Kopf mit den großen Augen und den geschwungenen Ohren weist auf die orientalische Abstammung der Arravanis hin.
Arravanis sind ausgesprochen vielseitig. In Griechenland werden sie sehr unterschiedlich eingesetzt. Sie dienen als Kutsch- und Packpferde; pflügen den steinigen griechischen Boden oder tragen ihre Besitzer im bequemen Tölt über die unbefestigten Bergwege. Die Pferde mussten nicht nur alles können, sondern dabei auch noch ausgesprochen unkompliziert sein, da ihre Besitzer oftmals nicht die Geduld für eine langwierige Ausbildung aufbringen.
In Deutschland werden die Arravanis hauptsächlich als Freizeitpferde, auch im Westernbereich eingesetzt. Sie machen aber auch als Distanz- und Kutschpferde eine gute Figur. Auf Gangpferde-Turnieren konnten sich Arravanis schon in den Disziplinen Tölt-Pleasure und Trail platzieren.
Vereine:
IG Arravani e.V.
http://www.arravani.de
