Persönliches
Gangpferde haben schon seit meiner Kindheit mein Leben bereichert. Mit diesem Gangpferde-Forum möchte ich gerne, ein klein wenig meine Schulden abtragen und ich hoffe Sie werden ebenfalls an dem Ergebnis Freude haben.
Mein Weg zu den Gangpferden:
Wie fast alle meine Schulfreundinnen bedrängte ich meine Eltern solange, bis sie schließlich nachgaben und meinen 8. Geburtstag mit einer 10er Karte Reitstunden versüßten. Mein erstes Longenpferd, die riesige schwarze Rheinländer-Stute Pelerine, war eine wirkliche Schönheit und verstärkte mein Black-Beauty-Trauma nur noch mehr.
Leider gab es in unserer Reitschule auch noch Ponys, mit denen ich als Reitfloh Vorlieb nehmen musste. Damals fand ich das ausgesprochen schade und so versuchte ich immer wieder bei meiner Reitlehrerin eine Reitstunde auf meinem geliebten Grosspferd herauszuschlagen: Wenn ich heute Pelerine reiten darf, nehme ich nächste Woche freiwillig Achill. Meist ist sie augenzwinkernd auf meinen Kuhhandel eingegangen und so kam ich, wenn auch sehr unfreiwillig zu meinem ersten Islandpferd.
Achill war die Sorte Isländer, die Großpferde-Reiter zur Abschreckung dienen soll. Seine Faulheit war ebenso gefürchtet, wie die Vorliebe sich mit Reiter in Wasserpfützen zu wälzen.
Trotzdem, mit der Zeit konnte ich mich seinem Charme nicht entziehen. Ich las und hörte immer mehr über Islandpferde und umso älter und größer ich wurde, umso mehr interessierte ich mich, für die Zwerge aus dem Eis.
Während meine Freundinnen sich langsam ein Großpferd für die A-Dressur suchten, machte ich meinen ersten Töltkurs und fand mit der eher unscheinbaren Rotfuchsstute Elding mein erstes Traumpferd. Als Viergänger bekam sie problemlos ihre Beine passend zur Gangart sortiert und ging nicht wie Achill alle Gangarten gleichzeitig. Zum erstenmal erlebte ich die Faszination Tölt. Sehr geduldig erklärte mir damals Andrea Jänisch, was man alles beachten muss, damit ein töltendes Pferd nicht anfängt zu schludern.
Seit diesem Kurs vor 20 Jahren weiß ich: Tölter sollen zu meinem Leben gehören!
Da traf es sich, das eine Freundin gerade eine junge Paso Peruano –Stute gekauft hatte, die ich natürlich sofort in Augenschein nehmen musste. Ihr Tölt sah zwar ganz anders aus, als das was ich von Islandpferde kannte, aber ihr Temperament ihre Leistungsbereitschaft, ihre Rittigkeit kamen mir sehr bekannt vor.

Als dann noch eine zweite Stute Rhena Nueva in ihren Stall einzog, war es um mich geschehen. Dieses Temperamentsbündel hatte Nerven, wie Drahtseile. Sie ließ sich durch nichts erschüttern und ihr Feuer war abhängig von der Spannung, die man als Reiter erzeugte.
Ich habe seither sehr viele Tölter geritten Paso Peruanos, Paso Finos, Mangalargas Marchadores, American Saddlebreds, Aegidienberger und viele Islandpferde und bei jedem einzelnen wurde mir immer deutlicher, das sind die Pferde, die du reiten möchtest. Ein Tölter ist immer ein Reitpferd. Sie wurden dazu gezüchtet, ihre Reiter möglichst bequem von A nach B zu transportieren. Das war in Island nicht anders als in Peru, Tennessee, Kentucky oder Brasilien. Sie alle haben Vorwärtsdrang, Rittigkeit und Leistungsbereitschaft gemeinsam. Bis zum heutigen Tag weiß ich nicht, welches Pferd ich mir bei einem Lottogewinn leisten würde?
Heute bereichert der 13jährige Islandwallach Atli sowie der 18jährige Fylkir mein Leben. Ihre und meine Ausbildung können sie unter www.gangpfer.de verfolgen.

